
Am 5. Mai 1919 gründeten 35 Studenten in Münster den KStV Ravensberg, mitten im Umbruch der Nachkriegszeit, als die Hörsäle sich wieder füllten und junge Männer nach Halt suchten. Seitdem sind über hundert Jahre vergangen, und aus dem Gründungsabend ist ein Bund geworden, der Generationen verbindet. Wir sind eine nichtschlagende, farbenführende Verbindung im Kartellverband (KV), und unser Name geht auf die mittelalterliche Grafschaft Ravensberg in Ostwestfalen zurück, deren Wappen wir bis heute tragen. Drei Prinzipien bestimmen unser Miteinander: Religio, Scientia und Amicitia. Unser Wahlspruch „Vorwärts! Aufwärts!“ ist keine leere Formel. Er fordert uns auf, nicht stehenzubleiben.

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Religio, Scientia und Amicitia

Der KStV Ravensberg wurde als katholischer Verein gegründet, öffnete sich aber 1975 für Christen aller Konfessionen. Religio heißt für uns nicht Frömmigkeit um ihrer selbst willen, sondern ein Kompass: Wir handeln nach christlichen Werten, suchen den Dialog und stehen füreinander ein, im Studium, im Beruf und im Leben.

Ein Fachstudium allein macht noch keinen gebildeten Menschen. Wir diskutieren über Fachgrenzen hinweg, laden Redner ein, streiten über Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. Wer Wissen ernst nimmt, trägt Verantwortung: gegenüber sich selbst und gegenüber anderen.

Amicitia, Freundschaft, ist der Kern des Lebensbundprinzips. Was als Gemeinschaft unter Studenten beginnt, hält ein Leben lang. Alte Herren und Aktive stehen einander bei, beruflich wie persönlich. Das ist keine Formel: 1936 gründeten Ravensberger am Tag der Auflösung einen Geheimbund, um ihre Freundschaft durch die NS-Zeit zu retten.

Senior (X)
Als Senior führe ich den KStV Ravensberg. Intern leite ich die Convente und treffe die zentralen Entscheidungen, extern vertrete ich unseren Verein nach außen — gegenüber dem KV, anderen Verbindungen und der Universität.

Consenior (VX)
Als Consenior vertrete ich den Senior und bin seine rechte Hand. Mein Schwerpunkt liegt auf der Planung und Umsetzung unserer Veranstaltungen — von Kneipen und Kommersen bis zu Vortragsabenden und geselligen Runden auf dem Haus.

Fuxmajor (FM)
Als Fuxmajor begleite ich die neuen Mitglieder in ihren ersten Semestern. Ich bringe ihnen unsere Traditionen und Geschichte nahe und sorge dafür, dass sie sich in der Gemeinschaft zurechtfinden — denn gerade der Anfang entscheidet, ob aus Interesse echte Zugehörigkeit wird.
Schon in den 1920er-Jahren wünschten sich die Ravensberger ein eigenes Dach, doch damals reichte es nur für ein Bootshaus an der Werse, das 1922 für 12.500 Mark gebaut und vom Hochwasser regelmäßig heimgesucht wurde. Der Traum vom richtigen Vereinshaus brauchte Jahrzehnte. Am 31. Mai 1960 unterschrieb der Verein den Kaufvertrag für das Haus in der Raesfeldstraße 32, mitten im Münsteraner Kreuzviertel. Zwei Jahre später zogen die ersten Ravensberger ein. Seitdem ist das Ravensberg-Haus Dreh- und Angelpunkt unseres Vereinslebens: Kneipen, Kommerse, Convente, aber auch das alltägliche Miteinander der Hausbewohner finden hier statt.
KStV Ravensberg zu Münster
Der KStV Ravensberg entstand 1919 aus einer Teilung des KStV Germania Münster, als nach dem Ersten Weltkrieg so viele Heimkehrer in die Verbindung drängten, dass sie schlicht zu groß wurde, wie schon 1901, als aus Germania auch Cimbria und Markomannia hervorgingen. Am 5. Mai trafen sich 35 Germanen zum Gründungsconvent. In einer Kampfabstimmung setzte sich „Ravensberg“ einstimmig gegen „Hellweg“ durch. Der Name verweist auf die Grafschaft Ravensberg im nördlichen Ostwestfalen, deren Wappen der Verein übernahm. Noch im selben Semester wuchs die Zahl auf 84 Mitglieder. Als 59. Verein trat Ravensberg dem Kartellverband bei — dem Dachverband, den schon der Mutterverein Germania mitgegründet hatte.

„Vorwärts! Aufwärts!“
Die Geschichte des Vereins ist keine glatte Linie. 1933 zwang das NS-Regime den Ravensbergern das Führerprinzip auf, dann den Namen „Katholische Deutsche Burschenschaft Ravensberg“, schließlich nur noch „Studentenverein Ravensberg“. Am 17. Mai 1936 löste sich der Verein auf und gründete noch am selben Tag den „Bund Münsterischer Ravensberger“, um die Bande zu bewahren. Nach dem Krieg ließ die britische Besatzung nur kirchliche Gruppen zu: So lebte der Verein 1947 als „KStV Paulus“ wieder auf, bis er nach Gründung der Bundesrepublik seinen alten Namen zurückerhielt. Aus den Reihen des KStV Ravensberg kamen ein Vizepräsident des Bundesgerichtshofes, ein Reichstagsabgeordneter, ein Ordensprovenzial, ein Physiker und mehrere Träger hoher Auszeichnungen — Menschen, die den Wahlspruch „Vorwärts! Aufwärts!“ ernst nahmen.
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