Geschichte des KStV Ravensberg
Gründung (1919)
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs strömten zahlreiche Heimkehrer an die deutschen Universitäten. Die Mitgliederzahl des KStV Germania Münster wuchs so stark an, dass eine Teilung unumgänglich wurde. Am 5. Mai 1919 beschlossen 35 Mitglieder der Germania, eine neue Verbindung zu gründen. Bei der Abstimmung über den Namen setzte sich „Ravensberg“ gegen die Alternative „Hellweg“ durch.
Der erste Senior im Sommersemester 1919 war Hans Eickmann. Die junge Verbindung wuchs rasch: Bereits im Gründungssemester zählte der KStV Ravensberg 84 Mitglieder.
Universität und Dachverband
Am 31. Mai 1919 genehmigte das Rektorat der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster den Verein als offizielle Hochschulgruppe. Nur wenige Wochen später, auf der 47. Generalversammlung am 13. Juni 1919, wurde der KStV Ravensberg als 59. Mitglied in den Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) aufgenommen.
Das Bootshaus an der Werse
1921 gründeten die Ravensberger einen Bootshausverein. Für 12.500 Mark entstand ein Bootshaus an der Werse, das 1922 feierlich eingeweiht wurde. Nach mehreren Überschwemmungen wurde das Gebäude 1926 für baufällig erklärt und 1928 umgebaut. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde es 1935 liquidiert.
NS-Zeit und Auflösung
1933 wurde der Verein gezwungen, das Führerprinzip einzuführen. Der Kartellverband fusionierte unter Druck mit dem Reichsverband der katholischen deutschen Burschenschaft (RKDB). Nach der erzwungenen Aufhebung des Konfessionsprinzips durfte sich die Verbindung nur noch „Studentenverein Ravensberg“ nennen. Am 17. Mai 1936 wurde der Verein schließlich aufgelöst. Am selben Tag gründeten die Mitglieder den „Bund Münsterischer Ravensberger“, um die Gemeinschaft außerhalb der universitären Strukturen fortzuführen.
Wiederbegründung (1947)
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubte die britische Militärregierung in der Besatzungszone zunächst nur kirchliche Studentengruppen. Die Ravensberger gründeten ihre Verbindung daher vorübergehend unter dem Namen „KStV Paulus“ neu, der am 3. Juli 1947 genehmigt wurde. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland kehrte man zur ursprünglichen Bezeichnung KStV Ravensberg zurück.
Das Ravensberg-Haus
Am 21. Oktober 1956 beschloss die Verbindung, ein eigenes Haus zu erwerben. Die Wahl fiel auf ein Objekt in der Raesfeldstraße 32 im Münsteraner Kreuzviertel. Der Kaufvertrag wurde am 31. Mai 1960 geschlossen. Zwei Jahre später bezogen die ersten Mitglieder das Haus, das bis heute als Verbindungshaus dient und Mittelpunkt des Bundeslebens ist.
Namensherkunft
Der Name „Ravensberg“ geht auf die Grafschaft Ravensberg zurück, die im 12. Jahrhundert im nördlichen Ostwestfalen entstand. Die Verbindung übernahm auch das ehemalige Familienwappen der Grafen von Ravensberg in ihr Panier.
Bekannte Mitglieder
- Fritz Hauß — Vizepräsident des Bundesgerichtshofes (1972–1976)
- Heinrich Konen — Physiker
- Joseph Joos — Reichstagsabgeordneter
- August Grothues — CDU-Politiker
- Rudolf Münster — Landgerichtspräsident
- Ewald Lanwer — Diplomat
- Laurentius Siemer — Dominikanerorden
- Max Meinertz — Theologieprofessor
Quellenangabe: Die historischen Informationen basieren auf dem Fandom-Wiki-Eintrag zum KStV Ravensberg sowie dem Bildband der Verbindung.